Afghanistan: Frauen droht der Tod

Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer fordert, nur Frauen aus Afghanistan aufzunehmen.

Sie übt heftige Kritik an der Afghanistan-Politik von USA und Deutschland:
„Der Westen hinterlässt verbrannte Erde. Wieder einmal. Und die Islamisten übernehmen die Macht. Was können wir tun?“

„Afghanistan ist wieder in der Faust der Taliban“, schreibt siein Ihrem Magazin „EMMA“ und stellt fest, daß nach dem überstürzten Abzug der Amerikaner und der Deutschen aus Afghanistan die Taliban das Land im Handstreich zurückerobert haben. Die angeblich 300.000 vom Westen ausgebildeten Soldaten der Ex-Regierung seien in Scharen zu den anfangs 75.000 Taliban übergelaufen, „weil sie sympathisieren; weil ihnen der örtliche Warlord immer schon näher war als der ferne Präsident; weil es ihnen als Söldner egal ist, wessen Brot sie essen; oder weil sie ganz einfach Angst hatten“.

Damit erleide Afghanistan zwanzig Jahre später das Schicksal des Irak: „In beiden Ländern wurden die gleichen Fehler begangen – oder sollte man sagen, wurden die Menschen Opfer des westlichen Hochmuts? Die Einheimischen wie die fremden Soldaten“.
Den Irak hätte der Westen 2003 unter dem Vorwand einer von Anbeginn an durchsichtigen Lüge besetzt: Saddam Hussein horte Massenvernichtungswaffen, „in Afghanistan lautete der Vorwand, man wolle die Menschenrechte und vor allem die Frauenrechte schützen“ wird als O-Ton Hillary Clinton zitiert.

Alice Schwarzer prophezeit: „Alle, die nicht auf den Knien liegen, Frauen wie Männer, werden jetzt ihr Leben oder zumindest ihre Freiheit verlieren. Als erstes aber werden die Frauen und Mädchen aus der Öffentlichkeit verjagt; von den Schulen und Universitäten, aus den Büros und von der Straße. Aus Kabul ist zu hören, dass die Burkas ausverkauft sind“.

Der Westenhinterlasse ein verbranntes Land, das ganz wie in Irak oder Libyen jetzt Islamisten-Land werde.

Die fatale weltweite Interventionspolitik des selbstgerechten Westens sei endgültig gescheitert: „Auch die tausende von getöteten oder traumatisierten Soldatinnen und Soldaten, die wir an den Hindukusch geschickt haben, um „Deutschland zu verteidigen“, waren umsonst“. Das sei bitter, sehr bitter.

Alice Schwarzer fordert: „Jetzt nur Frauen und Kinder aus Afghanistan aufnehmen! Denn die sind in höchster Not.“

Sie stellt fest, daß die Nachbarländer, wie Tadschikistan schon aufgerüstet hätten, denn auch sie seien in Gefahr, während Russland und China bereits versuchen, sich mit den Taliban zu arrangieren: „Der Westen ist raus“.

Wohl nicht zu Unrecht befürchtet die Frauenrechtlerin, daß sich afghanische Terroristen sich gezielter denn je zuvor unter die zu erwartenden Flüchtenden mischen und sehr bald auch bei uns sein.
Das sei ein Grund mehr, jetzt nur Frauen und Kinder aus Afghanistan aufzunehmen,
Weil Deutschland ohnehin nicht allen Menschen aus der nächsten Flüchtlingswelle Schutz geben kann, sollte es sich auf die Afghaninnen beschränken, denn diese seien in der höchsten Not.

Sie appeliert: „Das könnte nicht die Ehefrau auf dem Land retten, die ohne männliche Begleitung schon gar nicht mehr das Haus verlassen darf. Aber es könnte den vielen Frauen nutzen, die sich in den Städten an die Öffentlichkeit gewagt haben. Die Lehrerinnen, Journalistinnen, Politikerinnen und Frauenrechtlerinnen; kurzum alle, die sich, ermutigt vom Westen, emanzipiert haben. Ihnen müsste ein Weg angeboten werden, zu uns zu kommen – und vielleicht eines Tages sogar zurückkehren zu können“.

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