Klimarettung und Antirassismus

Afrikanischer Hobby-Erfinder bindet „Tagesschau“ Bären auf

Von Theo-Paul Löwengrub
„Deutschen Journalisten kann man ja wirklich alles erzählen…!”

Die ARD hat wieder einmal den Beweis dafür geliefert, dass sie auf jede Bauernfängerei hereinfällt, wenn man ihre Journalisten nur mit ein paar Stichworten mental triggert, auf die sie in ihrer ideologischen Verbohrtheit fixiert sind. Diesen Umstand machte sich, wie „Bild“ berichtet, nun ein afrikanischer Möchtegern-Erfinder aus Simbabwe zunutze: Einer Reporterin des ARD-Studios im südafrikanischen Johannesburg redete er erfolgreich ein, er habe einen Fernseher erfunden, der Energie „generiert, statt sie zu verbrauchen“. Die Meldung schaffte es prompt in die Redaktion „Tagesschau”, die diese vermeintliche Weltsensation kritiklos-blauäugig vermeldete. Wer wollte auch annehmen, dass eine ausgebeutete, unter den Spätfolgen kolonialistischer Ausbeutung und weißer Unterdrückung leidende, aber trotzdem hochmotivierte, geniale und innovative Person of Colour, die noch dazu den Planeten retten will, die Unwahrheit erzählt? Sowas auch nur zu denken verbietet sich im woken Staatsfunk kategorisch.

So ließ man denn Maxwell Chikumbutso, den Schöpfer des vermeintlichen Wunderwerks, in der Sendung denn auch lang und breit erklären, was seinen Fernseher auszeichne: Dieser brauche nämlich kein Stromkabel, weil er „mit Funkwellen” angetrieben werde. Sogar noch, wenn er ausgeschaltet sei, würde er sich in ein „Mikroschallgerät, das Energie generiert“, verwandeln, das „andere Dinge mit Strom“ versorgen könne. Sein Fernseher nutze „gewissermaßen kostenlose, erneuerbare und grüne Energie… Keine Emissionen, kein Verbrauch, keine Rohstoffe… er nutzt die Funkwellen und wandelt sie um“, durfte Chikumbutso unhinterfragt vor der fasziniert an seinen Lippen hängenden ARD-Nachwuchsjournalistin schwadronieren. Die schwärmte anschließend auf Twitter: „Kein Kabel, keine extra Strahlung, keine Emissionen, kein Rohstoff-Verbrauch. Klingt wie ein Teil der Lösung für die Energiekrise.“ Das ist für Haltungsjournalisten am wichtigsten: Dass es richtig klingt.
Hingerissene Korrespondentin

Einmal in Fahrt, ließ sich die hingerissene Korrespondentin von der erfinderischen Kreativität ihres Gesprächspartners anstecken und verpasste der Geschichte noch einen eigenen rassistischen Dreh – indem sie einfach behauptete, die revolutionäre Innovation habe sich bislang nur deshalb nicht durchsetzen können, weil sie aus Afrika stamme, obwohl man damit doch so viele Probleme lösen könne, wenn man dem Erfinder endlich Gehör schenke: „Die Erfindung könnte Schule machen, aber für Innovationen aus dem südlichen Afrika gibt es wenig Aufmerksamkeit“. Chikumbutsos Ideen könnten „ein ganz großer Wurf” sein – doch ihm „in weiten Teilen Europas nicht einmal zugehört”. Dieser Aufgabe kam dafür die ARD-Reporterin umso lieber nach – in Gedanken wahrscheinlich schon die Grimme-und Fernsehpreise im Schrank, die ihr dieser Scoup eintragen würde.

Anlässlich ihres Besuchs bei der afrikanischen Kreuzung aus Daniel Düsentrieb und Felix Krull ließ sie dann auch gleich noch weitere technische Wunderwerke aus dessen eigener Werkstatt aufschwatzen: Der Tüftler habe nämlich auch noch eine Straßenbeleuchtung erfunden, die „nicht mehr solar gespeist wird, sondern mit Funkwellen – auch eine Erfindung von Chikumbutso. Sie leuchten schon in Mexiko und Nordamerika“. US-Forscher hätten die Funktionsfähigkeit der Erfindung bestätigt, durfte Chikumbutso in der „Tagesschau” unhinterfragt zum Besten geben.
Stromerzeugendes TV-Gerät nicht der erste Schwindel

Ein wenig Hintergrundrecherche hätte leicht den Nachweis erbringen können, dass es sich bei Chikumbutsos bahnbrechenden Erfindungen nicht um dessen ersten „Beiträge“ zur angeblichen nachhaltigen Weltrettung handelte. Vor einigen Jahren pries er bereits für 499 US-Dollar (!) ein Elektro-Auto an, das angeblich nicht geladen werden müsse, weil es mit Magnetwellen und Radiofrequenzen angetrieben werde. Diese Behauptung wurde schnell als Falschnachricht entlarvt – offensichtlich aber ohne Wissen der ARD, die sich die neuerliche Ente keinesfalls entgehen lassen wollte; zu verlockend war bei der Story wohl die Kombination der Buzzwords „Klimarettung” und „Rassismus”. Genau so für die „Deutsche Welle”, die sich ebenfalls sofort mitreißen ließ: „Das ist eine tolle Idee, die auch schon umgesetzt wird. Doch durchgesetzt hat sie sich noch nicht. Das habe, klagt der Erfinder, auch mit einer großen Portion Rassismus zu tun“, so der gebührenfinanzierte Auslandsfunk.

Nach der Veröffentlichung und prompten Entlarvung der Erfindung vom Wunderfernsehen als unwissenschaftlicher haarsträubender Blödsinn, ruderte die verantwortliche ARD-Mitarbeiterin kleinlaut zurück: „Ich habe trotz all meiner Nachfragen keinen Kontakt zu Wissenschaftlern aus den USA bekommen, die laut Maxwell Chikumbutso dessen mutmaßliche Erfindung geprüft und verifiziert haben sollen. Er will das entwickelt haben, behauptet er. So hätte ich es im Tweet formulieren müssen“, räumte sie ein. Der Beitrag wurde schließlich still und heimlich von der „Tagesschau”-Website entfernt. Die Groteske zeigt einmal mehr, dass es bei vielen deutschen Journalisten genügt, die richtigen Knöpfe zu drücken, damit sie jeden hanebüchenen Unsinn verbreiten, den man ihnen vorsetzt. Vielleicht ziehen die dortigen journalistischen Aktivisten aus dem Fall ja die Lehre, dass es manchmal durchaus seinen Sinn hat, sogar Schwarzen „nicht zuzuhören“ – es sei denn, man nimmt die Hautfarbe als einziges Kriterium für Glaubwürdigkeit und Reinherzigkeit.

Auch auf die Gefahr hin, sich dann jeden Bären aufbinden zu lassen und sich selbst zum Gespött zu machen.

https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/erfinder-simbabwe-101.html

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